Der Koerpervernunft folgen …



... heißt sich selber finden. Als ‚vernuenftig‘ wird das bezeichnet, was ich empfinde und entsprechend handle ich. Mit ‚empfinden’ ist koerperliches ‚empfinden’ gemeint. Es entsteht aus dem, was ICH erlebt, bzw. was mein Koerper erlebt. ICH, ‚ich selber’ oder ‚Koerper‘ sind Namen fuer eine Person.

Dieser Koerper, diese Person, die andere mit Monika oder Frau Wirthgen ansprechen, unterscheidet sich von anderen deutlich durch Aussehen, Gestalt, Handeln und Sprechen. Hier koennten eine Vielzahl von einzelnen Merkmalen genannt werden, die diese Unterschiede naeher bestimmen. Doch diese bleiben fuer den augenblicklichen Zusammenhang außer Betracht.

Mein augenblickliches Thema ist: Andere philosophierende Menschen schrieben und schreiben meiner Person Eigenschaften zu. Sie reden davon, dass ein Mensch Geist, Vernunft, Verstand, Bewusstsein, Unbewusstes, … etc. habe. Dies sind metaphysisch und kulturell selbstverstaendlich erworbene Vorstellungen, die jedem viel bedeuten und mit jedem verwachsen sind, der sie verwendet. Ich habe mir jahrzehntelang davon Vorstellungen gemacht und habe bei mir nach Hinweisen auf Faehigkeiten Ausschau gehalten, die diesen Vorstellungen zugeordnet werden koennten. Immer wenn ich glaubte, derartige Faehigkeiten gefunden zu haben, stiesz ich ins Leere. Die Frage „Wer bin ich?“ wurde zu einer Plage und mein Handeln bueszte Effizienz ein.

Auf der Suche nach Kriterien verschwand meine Person handelnd in fremden Maszstaeben, die mir in irgendeiner Weise passend zu sein schienen. Daraus entstand eine Art eigene Welt aus Fremdem zusammengepuzzelt und modifiziert, in der ich mich aber nie so richtig zu Hause fuehlte. An allen Ecken und Enden waren Ungereimtheiten, die ich in heteronomer Begrenztheit uebersah. Irgendwann stand ich dann doch mit fast leeren Haenden da. Ich resuemierte: So geht es nicht. Wie aber dann? Die Idee Rolf Reinholds, auf die mir zugeordneten Eigenschaften Geist, Vernunft, Verstand, Bewusstsein, Unbewusstes, … etc. zu verzichten, gefiel mir gar nicht. Doch ich hatte zu viele Probleme und so gab ich unter Schmerzen vertraute Selbstverstaendlichkeiten nach und nach auf. Mein Ideengeber hat mich stattdessen auf ‚empfinden‘ meiner eigener Koerperimpulse verwiesen.

Die Idee KOERPERVERNUNFT ist ein philosophisches Angebot zur authentischen Neukonzeption des Eigenen, die ohne Uebernahme von Fremdem auskommt. Das was Rolf Reinhold mir jeweils nahe legte, war sein Eigenes, um herauszufinden, ob mein Handeln mit den von ihm daraus gewonnenen Annahmen besser funktionierte. Ich formuliere hier mein Eigenes, um wiederum andere zu ihrem Eigenen anzuregen. Das duerfte ‚philosophieren’ in bestem Sinne sein.

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